So hat alles begonnen :

 

Im Jahr 2000 bekamen wir noch ungeplanten Nachwuchs. Unser Sohn Erik zeigte schon in den ersten Lebenstagen einen Hautausschlag. Später als wir ihm dann Kindernahrung zufütterten kratzte er sich die Haut wund und war am ganzen Körper mit Blutkrusten bedeckt. Er sah aus wie ein kleines Monster. Die Mediziner gaben uns alle möglichen Erklärungen. Von: „das ist normal“ bis: „hmmm... Neurodermitis, damit wird er leben müssen“. Alle guten Ratschläge von besorgten Bekannten und alle verschriebenen Medikamente brachten keine Besserung.

 

Wir stellten schnell einen Zusammenhang von seiner Ernährung zu den Kratzattacken her. Über die „Trial and Error“ -Methode fanden wir heraus, daß es sich wohl um eine Kuhmilchallergie handeln mußte. Wir schauten uns unsere Lebensmittel an und stellten fest das in fast allen Fertigprodukten Kuhmilcheiweiß in Form von Molkenpulver, Milchpulver, Lactose, Butter usw. vorhanden war. Über die Produkte Sojamilch und Reismilch kamen wir schließlich zur Ziegenmilch. Allerdings war unser jüngster nicht gerade begeistert von dem ziegigen Geschmack der abgepackten gekauften Ziegenmilch.

 

Wir dachten uns : „Mensch, das kann man doch sicherlich besser machen“. Gesagt getan. Ruck zuck standen zwei Ziegen in unserem großen Garten. Allerdings kam da nirgends Milch raus. Zum Glück waren die beiden trächtig und bekamen auch bald Nachwuchs und wir Milch. Nun hatten wir schon vier Ziegen. Hätte uns damals jemand gesagt wie schnell sich Ziegen vermehren; wer weiß? Auf jeden Fall liebte Erik die Milch und seine Haut besserte sich innerhalb kurzer Zeit. Um seine Speisepalette zu erweitern machte meine Frau Käse aus der Milch. Da alle Bekannten gerne von dem Käse probierten blieb keiner mehr für uns und wir kauften noch ein paar Ziegen. 2005 haben wir dann einige Räume im Untergeschoß zu einer kleinen Käserei umgebaut und produzierten etwas mehr Käse. Meine Frau hat dank Unterstützung aus Frankreich das Käsen erlernt und produziert nun richtig tollen Käse. Unseren Käse verkaufen wir ab Hof und auf dem Wochenmarkt. Die Resonanz ist gut und der Ziegenkäse liegt voll im Trend.

 

Mittlerweile besitzen wir 30 Ziegen wovon wir 15 melken. Unser Sohn ist jetzt sechs und hat keinerlei Probleme mehr mit der Haut (außer er klaut sich mal wieder Kekse oder Schokolade).

 

Das wichtigste für uns ist die Qualität. Wir produzieren ausschließlich mit eigener Ziegenmilch. Die Ziegen leben in Offenstallhaltung und können ganzjährig je nach Belieben auf die Wiese oder in den Stall. Als Futter bekommen die Ziegen nur Gras und etwas Getreideschrot beim melken, im Winter Heu aus eigener Produktion und natürlich die Rinde von meinen geliebten Obstbäumen wenn sie mal wieder ausbrechen. Die jungen Zicklein dürfen mindestens einen Monat bei ihrer Mutter bleiben und werden nicht wie in anderen Betrieben gleich getrennt und geschlachtet. Die Ziegen werden nur bis Anfang Oktober gemolken und dürfen sich dann in Ruhe auf die nächste Geburt im Frühjahr vorbereiten. In dieser Zeit gibt es natürlich auch keinen Käse.

Seit 2009 hat die "Chefin" des Hauses mit der Herstellung von Naturseife begonnen. Somit müssen wir die wertvolle Molke nicht komplett entsorgen. Sie dient nun als Grundlage zur Seifenherstellung.

 

Stand Februar 2010